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Freitag, 16. März 2007

Ulita Knaus


Ulita Knaus
So Lost Like Peace
Minor Music, 2004


Ulita Knaus gehört zu den kritikerseits meistgelobten jungen Jazzsängerinnen der letzten Jahre in Deutschland.
Josef Engels im Rondo Magazin über dieses Album aus dem Jahr 2004:


Zu Beginn wird man erst mal schön auf die falsche Fährte gesetzt. Klangfetzen, Breakbeat-Assonanzen, stoische Sax-Auswürfe und Spoken-Word-Kaskaden weisen beim Eröffnungsstück von Ulita Knaus “So Lost Like Peace” in den fernen Norden, wo Bugge Wesseltoft und Konsorten dem Jazz mit elektronischem Erfindungsreichtum auf die Sprünge zu helfen pflegen. Doch der Ausflug dauert nur knapp drei Minuten. Was folgt, ist der Beweis, dass man keine wahnwitzigen Sound-Gimmicks braucht, um dem Jazz-Mainstream ein frisches Gesicht zu geben. "I can wait" singt Ulita Knaus programmatisch, begleitet von Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Das Warten hat sich für die 34-jährige Wahl-Hamburgerin mit der sachdienlich ausgereiften Technik gelohnt. Sie erkämpft sich mit ihrer zweiten Einspielung einen eigenen Platz in der Riege des Vokalisten-Nachwuchses. Ihre Stücke balancieren poppige Wendungen und instrumentale Gesangslinien geschickt aus; zudem zeigt Knaus selten gewordenen Mut zum Scat. Klug ausgewählt sind auch die Fremdbearbeitungen. Jimi Hendrix’ "Manic Depression" gerät der Sängerin im Verbund mit Sven Kerscheks Gitarre zu einem hübschen Stück Kammermusik; "When I Fall in Love" bewältigt sie im Duett mit Mischa Schumanns Klavier bravourös...
*** 12 Tracks, Jewelcase mit Inlet

Montag, 26. Februar 2007

Cécile Verny Quartet


Cécile Verny Quartet
Kekeli
Double Moon/Sunny Moon

Fachmann Christoph Giese in Jazzthing über diese CD der immer erfolgreicher werdenden Sängerin aus Afrika, die in Baden-Württemberg lebt:


Westafrika, Frankreich, Deutschland. Die Lebensstationen von Cécile Verny mögen schon erklären, warum die stimmgewaltige Sängerin so vielseitig singen und klingen kann. Mit ihrem festen und hörbar eingespielten Quartett liefert sie eine weitere raffiniert zusammengestellte Platte ab. Zwei nachdenkliche Vertonungen von William-Blake-Gedichten sind drauf. Und viel gefühlvoll Swingendes, das mal mit französischen, mal mit englischen Texten gesungen wird. Fast alles ist selbst geschrieben und verrät in den Arrangements Ideenfülle abseits des Üblichen. Die Band kommt zu ihrem Recht und dient doch der Stimme Vernys, diesem Organ voller Soul, warmen Timbres und überzeugender Lässigkeit. Und im kecken "À Gainsbourg" träumt die Sängerin davon, vom großen Serge ein Chanson geschrieben bekommen zu haben. Hätte der vielleicht sogar gemacht, hätte er Cécile Verny gekannt.

10 Tracks
58.26 Minuten

Samstag, 17. Februar 2007

Jane Monheit


Jane Monheit

Taking A Chance On Love

Sony Classical


Fachmann Harald Kepler über diese CD:


Sex sells! Das dachte wohl die Plattenfirma, als sie Jane Monheit für die Plattenhülle von Taking A Chance On Love in lasziver Pose und mit offenherzigem Dekollete posieren ließ. Dabei hat die Amerikanerin solche Kaufanreize gar nicht nötig, ist doch allein ihre fabelhafte Stimme schon eine sinnliche Verführung. Auf dem vierten Solowerk becirct sie jedenfalls mit einem vor Erotik nur so knisternden Gesangsvortrag.
Diesmal hat die Künstlerin von Long Island ausschließlich Lieder aus der großen Hollywood-Ära Mitte des letzten Jahrhunderts im Programm. "Ich habe diese Songs mein Leben lang geliebt", schwärmt sie im Album-Beiblatt. "Als kleines Mädchen war ich verzaubert von den großen MGM-Filmmusicals und den wundervollen, romantischen Songs, die darin so eine große Rolle spielten." Dreizehn dieser unvergessenen Standards (bei der Limited Edition kommt noch ein Bonustrack hinzu) interpretiert die 26-jährige hier im klassischen Stil einer Jazz-Diva. Cole Porters "In The Still Of The Night" aus dem Kinofilm Rosalie (1937) wird bei ihr zur träumerischen Orchesterballade. Im Fred-Astaire-Evergreen "Dancing In The Dark" vergeht Jane Monheit fast vor schmerzhafter Sehnsucht. Aus "Embraceable You" von den Gershwin-Brüdern Ira und George, 1943 von Judy Garland für Girl Crazy eingesungen, macht sie ein zartes, intimes Stück Kammermusik. Und das auf ewig mit Gene Kelly assoziierte "Do I Love You?" erklingt als sanft hingetupfter Lovesong.
Für ihren bislang besten Longplayer konnte die US-Vokalistin exzellente Mitarbeiter gewinnen. Unter anderem wird sie von Bassist Christian McBride, Saxophonist Donald Harrison, dem elffachen Grammy-Gewinner Al Schmitt im Produzentenstuhl und ihrem Sangeskollegen Michael Bublé (als Duettpartner in "I Won't Dance") unterstützt. Mithilfe dieser Topprofis entstanden sehr unterschiedliche Arrangements - von der Sologitarre über ein Pianotrio bis zum Streichorchester und fetten Bigband-Blech -, die stets dem jeweiligen Songinhalt gerecht werden. In den diversen Umgebungen kann Jane Monheit die ganze Bandbreite ihrer stimmlichen Begabung voll ausspielen. Ob entfesselt drauflos swingend ("Honeysuckle Rose"), zurückhaltend bis unterkühlt ("Too Late Now") oder in der Rolle einer Nachtclub-Chanteuse ("Love Me Or Leave Me") - sie macht in jedem Fall eine gute Figur.


In meinem Angebot: ein Exemplar aus der Limited Edition - mit Bonustrack.


* 13 Tracks plus Bonus-Track
* Digipack mit Booklet
* 2004