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Samstag, 17. März 2007

Tommy Schneller


Tommy Schneller, A Heartbeat Away (In-Akustik, 2004)


Tommy Schneller ist auf dem Saxofon ein Teufel. Er kann damit alles. Schneller kommt aus der äußerst rührigen Osnabrücker Szene, die vor allem für virtuoseste (akustische) Gitarrenmusik sowie für Blues(rock) steht. Schneller mischt überregional überall mit, wo ein Super-Saxer gebraucht wird.
Und wenn er mit kleiner Combo auf Clubtour durch Deutschland geht, dann kochen überall die Hütten, wo Schneller mit seinen Jungs auftritt. Hier für diese CD hat er sein Quintett um drei Blechbläser erweitert. Und um einige Gäste. Darunter Toscho Todorovic (Blues Company), Gitarre, Gregor Hilden, Gitarre, und Rolf Stahlhofen, Gesang.
Schneller steht für feurigen, jazzigen Rhythm 'n' Blues. Diese CD enthält 13 Stücke plus einen Bonus-Track. Produziert hat Martelle.

Freitag, 16. März 2007

Ulita Knaus


Ulita Knaus
So Lost Like Peace
Minor Music, 2004


Ulita Knaus gehört zu den kritikerseits meistgelobten jungen Jazzsängerinnen der letzten Jahre in Deutschland.
Josef Engels im Rondo Magazin über dieses Album aus dem Jahr 2004:


Zu Beginn wird man erst mal schön auf die falsche Fährte gesetzt. Klangfetzen, Breakbeat-Assonanzen, stoische Sax-Auswürfe und Spoken-Word-Kaskaden weisen beim Eröffnungsstück von Ulita Knaus “So Lost Like Peace” in den fernen Norden, wo Bugge Wesseltoft und Konsorten dem Jazz mit elektronischem Erfindungsreichtum auf die Sprünge zu helfen pflegen. Doch der Ausflug dauert nur knapp drei Minuten. Was folgt, ist der Beweis, dass man keine wahnwitzigen Sound-Gimmicks braucht, um dem Jazz-Mainstream ein frisches Gesicht zu geben. "I can wait" singt Ulita Knaus programmatisch, begleitet von Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Das Warten hat sich für die 34-jährige Wahl-Hamburgerin mit der sachdienlich ausgereiften Technik gelohnt. Sie erkämpft sich mit ihrer zweiten Einspielung einen eigenen Platz in der Riege des Vokalisten-Nachwuchses. Ihre Stücke balancieren poppige Wendungen und instrumentale Gesangslinien geschickt aus; zudem zeigt Knaus selten gewordenen Mut zum Scat. Klug ausgewählt sind auch die Fremdbearbeitungen. Jimi Hendrix’ "Manic Depression" gerät der Sängerin im Verbund mit Sven Kerscheks Gitarre zu einem hübschen Stück Kammermusik; "When I Fall in Love" bewältigt sie im Duett mit Mischa Schumanns Klavier bravourös...
*** 12 Tracks, Jewelcase mit Inlet

Mittwoch, 14. März 2007

Michael Sagmeister


Michael Sagmeister
Soul Ticket
Acoustic Music Records/Rough Trade


Vor allem in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren sie in Deutschland die Jazz- und Rockjazz-Gitarristen schlechthin, Volker Kriegel aus Wiesbaden und Michael Sagmeister aus Frankfurt. Volker Kriegel lebt nicht mehr.


Thomas Rothschild im Titel Magazin über die aktuelle CD von Michael Sagmeister:


In den Jahren, als die Gitarre zum wichtigsten Instrument des Rock wurde, geriet die Jazzgitarre in der Tradition eines Charlie Christian, eines Wes Montgomery, eines Barney Kessel, eines Kenny Burrell oder eines Jim Hall ein wenig in Vergessenheit. In Deutschland war es allen voran Volker Kriegel, der die Jazzgitarre auf höchstem Niveau am Leben erhielt. Einer, der diesem Instrument treu geblieben ist, ohne sich aktuellen Moden anzubiedern, ist Michael Sagmeister. Seine neue CD mit dem programmatischen Titel "Soul Ticket" kommt funky daher, aber der Sound seiner Gitarre und der Stil seines Spiels sind der skizzierten Tradition verpflichtet. Neben eigenen Titeln spielt Sagmeister Stücke von John Coltrane ("Giant Steps"), Wes Montgomery, Al Jarreau, José Feliciano, Bobby Hepp ("Sunny") und Charles Fox ("Killing Me Softly"). Gerade Wes Montgomerys "Road Song" gibt Sagmeister Gelegenheit für sprudelnde Läufe, für Intensität ohne Druck, für einen Jazz, der Entspanntheit mit rhythmischer Präzision verbindet.

Für den Funk sorgt die hervorragende Band: Hansmartin Eberhardt am Saxophon, der bewährte Christoph Spendel an den Keyboards, Andreas Fetzer an der Rhythmusgitarre, Claus Lindenmayer am Bass und Michael Küttner an Schlagzeug und Percussion. Die Sängerin Britta Medeiros erweist sich als die Schwachstelle dieser Session. Ihrer Stimme fehlt es an Fülle und an Ausdruck. Fast möchte man bedauern, dass sich die Gruppe nicht zu einer reinen Instrumentalaufnahme entschlossen hat.


* 12 Tracks, 2 zusätzlichen Gastmusikern, 12-seitigem Booklet,2006

Mittwoch, 28. Februar 2007

Triosphere - 2 Saxofone, 1 Gitarre...


Triosphere
Triosphere
Jazz'n'Arts-Records, 2002


Zwei Saxophone, eine Gitarre...
Fachmann Christian Bakonyi vom MusicChannel über diese interessante CD:
Zwei Saxophone, eine Gitarre - eine eigentümliche Besetzung, die man sich auf Anhieb nicht ganz gut vorstellen kann. Steffen Schorn und Roger Hanschel fordern einander mit den Saxophonen (Kölner Saxophon Mafia) und Dirk Mündelein ist für die gitarristischen Salven zuständig. Schorns Bass-Klarinette erzeugt den Beat, auf dem Mündelein und Hanschel ihre Improvisationen bauen. Diese haben jede Menge Kraft, aber auch Sensibilität, z.B. beim zärtlichen Latin Stück „Natureza“. Soundflächen erobern die Sinne, es rockt, swingt, groovt, manchmal rund und wieder kantig, da und dort eben, plötzlich spitz wie der Gipfel eines Eisbergs. Verlassen sollte man sich auf nichts, jederzeit können die Stücke unerwartete Haken schlagen. Nur eines ist gewiss, dass diese geballte Jazz-Energie einen nicht kalt lässt. Die drei Musiker eröffnen eben eine völlig neuartige Jazz-Atmosphäre - eine Triosphere!
* Digipack, mit Booklet
* 12 Stücke, alle von einem oder mehreren Musikern des Trios komponiert
* 68.35 Minuten
* Jazz'n'Arts
* 2002

Montag, 26. Februar 2007

Cécile Verny Quartet


Cécile Verny Quartet
Kekeli
Double Moon/Sunny Moon

Fachmann Christoph Giese in Jazzthing über diese CD der immer erfolgreicher werdenden Sängerin aus Afrika, die in Baden-Württemberg lebt:


Westafrika, Frankreich, Deutschland. Die Lebensstationen von Cécile Verny mögen schon erklären, warum die stimmgewaltige Sängerin so vielseitig singen und klingen kann. Mit ihrem festen und hörbar eingespielten Quartett liefert sie eine weitere raffiniert zusammengestellte Platte ab. Zwei nachdenkliche Vertonungen von William-Blake-Gedichten sind drauf. Und viel gefühlvoll Swingendes, das mal mit französischen, mal mit englischen Texten gesungen wird. Fast alles ist selbst geschrieben und verrät in den Arrangements Ideenfülle abseits des Üblichen. Die Band kommt zu ihrem Recht und dient doch der Stimme Vernys, diesem Organ voller Soul, warmen Timbres und überzeugender Lässigkeit. Und im kecken "À Gainsbourg" träumt die Sängerin davon, vom großen Serge ein Chanson geschrieben bekommen zu haben. Hätte der vielleicht sogar gemacht, hätte er Cécile Verny gekannt.

10 Tracks
58.26 Minuten

Thomas Siffling


Thomas Siffling
Change
Jazz'n'Arts


Für sein neues Album bekommt Thomas Siffling gerade beste Kritiken. Change ist die CD aus 2004 des inzwischen in einem Atemzug mit Till Brönner genannten Trompeters aus dem Badischen. Auch Change wurde von der kompetenten Kritikerschaft heftig gelobt. Unter anderem von der Zeit.


In Jazzthing schrieb Henrik Drüner:


Ein wirklich überzeugendes Album aus dem Bereich „Melodic Groove Jazz“ kommt von Thomas Siffling. Gleich im Opener „Aufbäumen Der Gefühle“ zeigt der Trompeter, Jahrgang 1972, über welche musikalischen Mittel er und seine Trio-Begleitung - Jens Loh (Kontrabass) und Markus Faller (Schlagwerk) - verfügen: Ein druckvoll akzentuierter und verfremdeter Bass treibt den Song nach vorne, Siffling improvisiert anfangs ruhig darüber, bis abrupt ein nervöser Mittelpart mit elektronischen Effekten hereinbricht. Sehr experimentell, sehr spielfreudig - Erik Truffaz lässt grüßen. Doch Siffling vermag auch ambiente Passagen in „Endlos“ und „Einsamkeit“ mit herrlichem Ton und Gespür für die Stimmung zu gestalten. Produziert wurde „Change“ von Matthias Dörsam, der als Saxofonist schon bei Aufnahmen von De-Phazz und Mardi Gras.bb beteiligt war und hier gekonnt die wechselnde Atmosphäre der Eigenkompositionen (plus Stings „Walking On The Moon“) einfängt.


* Digipack
* 10 Tracks
* 8 Kompositionen von Thomas Siffling, eine von seinem Bassisten Jens Loh - und eine von Sting * 43.15 Minuten
* 2004

Samstag, 17. Februar 2007

Ron Williams & The Bluesnight Band


Ron Williams & The Bluesnight Band
Gotta Do The Right Thing

Acoustic Music/Rough Trade


Ron Williams, Sänger, Musiker, Schauspieler, Allround-Künstler, hat vor vielen Jahren die beste Popularmusik-Sendung im deutschen Fernsehen moderiert, die "Musikszene". Nun hat er mal wieder eine Bluesplatte gemacht - eine richtig gute. Dazu hat die Bluesnight Band mehr als ein gerüttelt Maß beigetragen. Das Online Musik Magazin (Autor: Frank Becker) schrieb über diese CD:


"Deutscher Blues, funky, schnell und mit Temperament findet sich mit amerikanischer Unterstützung (wenn man Ron Williams nach über 35 Jahren deutscher Karriere überhaupt noch als Amerikaner bezeichnen kann, unvergessen sein Anteil an der deutschen "Hair"-Produktion als "Hud" 1968) auf einer neuen Scheibe aus dem Hause der Osnabrücker Acoustic Music Records. Die Bluesnight Band um Blues-Spezialist Gregor Hilden an der Gitarre, mit Tommy Schneller am schwarz gefärbten Saxophon und dem großartigen Keyboarder Horst Bergmeyer, der den Hammond-Blues in den inspirierten Fingern hat, liefert eine Performance ab, die sich mit einschlägigen US-Produktionen messen kann und bei der Sänger Ron Williams nicht mehr und nicht weniger als die Kirsche auf der Blues-Sahnehaube ist.
Die Band überzeugt durchweg, auch in den Stücken ohne die angerauhten Vocals, Titel wie "Greg´s Bop" und "Salami Jump" können neben den klassischen Songs und den neuen, überwiegend von Gregor Hilden komponierten und von Ron Williams getexteten Songs "stimmlos" bestens bestehen. Der Maßstab ist in allen Fällen Gitarrist Gregor Hilden, an seiner Seite kongenial Horst Bergmeyer, während Tommy Schneller am Tenor-Saxophon mitunter wie losgelöst eigene Klasse beweist. Die Bläsersektion mit Schneller, Benny Brown (Trompete) und Jürgen Wieching (Bariton-Saxophon) sorgt für zusätzlichen Drive, so in "Gotta Do The Right Thing" und "Diggin´ For Diamonds". Ein reines Instrumental-Album der Bluesnight Band könnte ich mir auf meinem Plattenteller durchaus vorstellen."


  • 10 Tracks
    55.05 Minuten

Donnerstag, 15. Februar 2007

Gregor Hilden


Gregor Hilden
Golden Voice Blues
Acoustic Music/Rough Trade

Gregor Hilden ist Musiker, Gitarrist, Komponist und Musikjournalist. Über diese seine aktuelle CD schrieb Thomas Torkler in der Rhein-Zeitung:

Gregor Hilden aus Münster gilt als einer der versiertesten Blues-Gitarristen Deutschlands. Dabei kennt er sich nicht nur in der reinen Lehre des Genres aus, sondern ist auch bei verwandten Musikrichtungen des Blues zu Hause. Fusion, Soul oder Jazz klingen bei ihm genauso routiniert wie die klassische Variante. Nach der Zusammenarbeit mit verschiedenen Soul- und Rhythm'n'Blues-Sängern legt er mit seiner neuesten CD nun ein reines Instrumentalalbum vor. Und das hat es in sich. Auf der CD singt allein die auf dem Cover abgebildete abgewetzte goldene Gibson-"Les Paul"-Gitarre, begleitet von einer Top-Band mit weiteren herausragenden Solisten. Wenn Gitarristen die Frage "Was ist Gesang?" spöttisch beantworten mit: "die Zeit zwischen den Gitarren-Soli", dann liefert Gregor Hilden mit seiner CD Golden Voice Blues dazu die passende Beweismusik. Spielerische Eleganz, technisch souverän geschmackvolles Timing und ein einzigartiger Ton, den man schon lange suchen muss. Wenn jemand eine Referenz-CD für den amtlichen Blues-Sound sucht: einfach mal der golden voice lauschen. Bei aller Versiertheit überlädt Hilden seine Eigenkompositionen nie mit allzu viel "Genudel", sondern gibt diesem edlen Instrument mit seinem einzigartigen Ton immer wieder genügend Raum. Und da auch das beste Instrument lediglich ein Werkzeug ist und ein guter Gitarrenton vom Musiker gemacht wird, tut Hilden gut daran, seine Fähigkeiten gänzlich in den Dienst des einzigartigen Tons zu stellen. Und das kann er!
  • Digipack
  • 11 Tracks
  • Komponiert von Gregor Hilden
  • Laufzeit: 57.05 Minuten
  • 2006
  • Artikelzustand: neu, ungespielt